Aktuelles:

Donnerstag, 24. Januar 2019, 19.30 Uhr
Jazz im Augustinum

Keep Swinging

Jubiläumskonzert 10 Jahre Jazz im Augustinum - Erinnerung an Remy Filipovitch

Silvia Droste, Gesang
Walfried Böcker, Kontrabass
Thomas Hufschmidt, Klavier
Klaus Osterloh, Trompete
André Meisner, Tenorsaxophon
Karl F. Degenhardt, Schlagzeug

Vor zehn Jahren hat der 2018 verstorbene Musiker Remy Filipovitch die Reihe Jazz im Augustinum mit ins Leben gerufen, begleitet und geprägt. Thomas Hufschmidt und Walfried Böcker sind Mitmusiker der ersten Stunde, die in den zurückliegenden Jahren immer wieder ein fester Bestandteil dieser Konzertreihe waren. Gemeinsam mit der Sängerin Silvia Droste und dem Trompeter Klaus Osterloh, beide langjährige musikalische Kollegen von Remy Filipovitch, gestalten sie dieses Jubiläumskonzert, das zugleich an einen wunderbaren Menschen und Musiker erinnert.
(Angelika Berenbrink)


Stiftstheater
Renteilichtung 8 - 10
45134 Essen-Rellinghausen

Eintritt: 10 €, Gäste 12 €



Im Frühjahr erscheint die
CD Furniture
mit improvisierter Musik.

Furniture
Remy Filipovitch, Tenorsaxophon
Liudas Mockunas,
Tenor- und Baritonsaxophon
Walfried Böcker, Kontrabass



CD-Tipps

Good Times - Remy Filipovitch Ensemble

Noctett - Contrasts

Sixty Bicycles
Remy Filipovitch

Go!
Zbigniew Namyslowski - Remy Filipovitch
Quintett

Alone Together
Remy Filipovitch, Tenor Sax
Will Boulware, Piano

Mysterious Traveler
Ron Marvin - Remy Filipovitch

Open Your Eyes
Remy Filipovitch - Gedminas Laurinavicius

All Day Long - Remy Filipovitch Trio
Roman Dylag, Bass
Ronnie Stephenson, Drums
Remy Filipovitch, Tenor Sax

All Night Long - Remy Filipovitch Quartett
Frank Wunsch, Klavier
Michael Peters, Drums
Bodo Klingelhöver
Remy Filipovitch, Tenor Sax

Kölner Rundfunkorchester unter der Leitung
von Jan Latham-König
Produktion: Harald Banter, WDR
Remy Filipovitch, Tenor Sax

Faculty Jazz Ensemble: Brother K
Gerhard-Mercator-Universität GH Duisburg
Produktion:
Duisburger-Universitäts-Gesellschaft

Rocky Horror Picture Show

Peter Alexander & Orchester Paul Kuhn:
Ein Gala-Konzert

Paul Kuhn & Orchester: Pauls Party

Paul Kuhn: Der Mann am Klavier

Paul Kuhn & Orchester:
It´s a Real Good Feeling

Piet Klocke: Sklaven der Liebe

Über die letzte Grenze

Fünf Wochen nach seinem letzten Live-Konzert ist Remy Filipovitch am 17. Mai 2018
im Alter von 71 Jahren an seinem Wohnort gestorben.

Remy Filipovitch wurde am 21. April 1946 im seinerzeit der Sowjetunion einverleibten Litauen geboren. Dort entdeckte der Sohn eines litauischen Orchesterleiters und
einer polnischen Mutter auch die Liebe zum Jazz. Nach der Ausbildung zum Musikpädagogen am Chopin Konservatorium in Warschau und einem vierjährigen Jazzstudium am berühmten Berklee College In Boston (USA) wurde 1975 ein Bauernhof
im Essener Stadtteil Kettwig zu seinem Lebensmittelpunkt.

Von hier aus startete er bis zuletzt zu seinen zahlreichen Engagements im In- und Ausland. Grenzen beeindruckten ihn nicht, schon gar keine musikalischen Grenzen.
Diese stilistische Bandbreite von der Klassik über Jazz bis zu gelegentlichen Ausflügen
in die Gefilde der leichten Muse eröffnete dem Saxofonisten zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten in unterschiedlichsten Konstellationen.

Die Liste der Ensembles und Musiker, mit denen er spielte und Aufnahmen machte,
liest sich wie ein ABC der der aktuellen Musikszene. Gegen die Einsortierung in eine bestimmte Schublade wehrte er sich zeitlebens. Dies mag auch der Grund sein, dass sein Name fast nur Insidern ein Begriff ist und seine bescheidene Zurückhaltung ihm den Weg zum ganz großen Ruhm verbaute.

Die letzte Ehre geben Angehörige, Freunde und Fans dem Verstorbenen mit einer Gedenkfeier am 14. Juni um 11 Uhr in der Evangelischen Kirche am Markt in
Essen-Kettwig. Ein litauischer Priester wird den gläubigen Christen einsegnen,
Remys Saxophon-Schüler André Meisner die Trauerfeier musikalisch gestalten.
André Meisner war auch Remys Partner bei dem bereits erwähnten letzten Live-Auftritt.
Nur wenige Tage früher war Remys Saxophon auch bei einem Gottesdienst in der Marktkirche erklungen, von wo er jetzt seine letzte Reise antritt – nach Polen, wo er
auf eigenen Wunsch beigesetzt wird. Ein großer Grenzgänger erreicht sein Ziel





Der Komponist, Saxofonist, Bandleader und Musikpädagoge Remy Filipovitch wurde in Vilnius in eine litauisch-polnische Musikerfamilie, Vater Orchesterdirigent, geboren.

Am Fryderyk-Chopin-Konservatorium Warschau studierte er Musikerziehung, Klavier und Querflöte mit abschließendem Diplom als Lehrer für Musik- und allgemeinbildende Schulen.

Ein weiteres Studium führte ihn an das Berklee College of Music, Boston , wo er einen Abschluss mit "Professional Diploma in Composing & Arranging", Instrumental-Hauptfach Saxofon machte.

Seine Lehrer waren Mitglieder/Sidemen legendärer Bands - Gary Burton, Andy McGhee, Wes Hensel, Lennie Johnson, Herb Pomeroy, Joseph E. Viola, Phil Wilson.

Neben einer Festanstellung an der Folkwang Musikschule Essen hatte er eine 10-jährige Zusammenarbeit als Bühnenmusiker mit dem "Musiktheater im Revier", Gelsenkirchen und anderen städtischen Theatern bundesweit (Saxofone, Klarinette, Querflöte).

Auf Anfrage von Dekan Prof. Pierre W. Feit erhielt er einen Lehrauftrag an der Folkwang Hochschule für Musik in Essen. Später kam ein weiterer Lehrauftrag an der Universität Duisburg-Essen dazu.

Auch kam ein Angebot des Senders Freies Berlin, Mitglied der Paul Kuhn Big Band zu werden. Daran schloss sich eine Phase als Studiomusiker an, hauptsächlich in Verbindung mit den Klangkörpern des Kölner Senders: Harald Banters WDR Media Band, WDR Funkhausorchester, Gastspiele in der WDR Big Band sowie im Ensemble "Vier plus sechs". Außerdem kam es zur Zusammenarbeit mit namhaften internationalen Solist/innen aus den Bereichen Jazz, Popularmusik und Operette.

Zu eigenen Projekten zählt u.a. das Remy Filipovitch Quartett. Es überdauerte Jahrzehnte und ist bis heute aktiv - mit Auftritten in Deutschland und Europa.

Informationen zu weiteren Projekten können Sie
hier erhalten. Eine ungekürzte Fassung der Biografie finden Sie hier.
Als Ergänzung empfiehlt sich das Remy-Filipovitch-Portrait
des Jazzkritikers Hans-Jörg Hussong.



Remy Filipovitch spielte und/oder ist auf Aufnahmen mit folgenden Künstlern zu hören:

Deutschland/International - U- & Popularmusik, Musical, E-Musik, Neue Musik, Oper:

Peter Alexander, Harald Banter, Gilbert Bécaud, Roy Black, Howard Carpendale,
David de Villiers, Katja Ebstein, Frank Elstner, Rex Gildo, Franz Grothe, Gitte Haenning,
Peter Hoffmann, Horst Jankowski, Bibi Johns, Udo Jürgens, Harald Juhnke,
Gershon Kingsley, Ferdy Klein, Piet Klocke, Hildegard Knef, René Kollo, Paul Kuhn,
Jan Latham-König, Bruce Low, Ute Mann Singers, Tilo Medek, Angelika Milster,
Olivia Molina, Rolf-Hans Müller, Werner Müller, Liselotte Pulver, Deborah Sasson,
Gloria Scalchi, Heinz Schachtner, Heinz Schönberger, Ralph Siegel, Anja Silja,
Ingrid Steeger, Lena Valaitis, Heinz Wallberg

Deutschland/Europa - Jazz:

Bobby Burgess, Glen Buschmann, Laco Deczi, Kurt Edelhagen, Rolf Ericson,
Jon Eardley, Bora Rokovi
ć, Dieter Reith, Big Fletchit, Ali Haurand, Horst Jankowski,
Willy Ketzer, Nguyen Le, George Maycock, Mark Murphy, Walter Norris, Al Porcino,
Bill Ramsey, Jerry van Rooyen, Manfred Schoof, Ludek Svabensk
ý, James Towsey,
Leo Wright, Ronnie Stephenson, Caterina Valente, Helmut Zacharias

USA - Jazz:

Gary Burton, Ted Curson, Alan Dawson, Jon Eardley, Phil Harper, Chuck Israels,
Dick Johnson, Claudio Roditi, Raul de Souza, Miroslav Vitous, Kenny Werner,
Jiggs Whigham, Leo Wright

Polen - Jazz/Pop:
Michal Baranski, Czeslaw Bartkowski, Jerzy Bartz, Ewa Bem, Marek Blizinski,
Janusz Bogacki, Wladyslaw Dobrowolski, Roman Dylag, Wieslaw Ejssmont,
Czerwone Gitary, Grzegorz Grzyb, Krzysztof Herdzin, Zbigniew Jaremko,
Slawek Jaskulke, Mieczyslaw Kosz, Andrzej Kurylewicz, Henryk Majewski,
Zbigniew Namyslowski, Czeslaw Niemen, Sergiusz Perkowski, Zbigniew Seifert,
Janusz Sidorenko, Arek Skolik, Kuba Stankiewicz, Tomasz Stanko, Janusz Stefanski,
Big Band Stodola, Olo Walicki, Dominik Wania, Janusz Zabieglinski, Maciej Zembaty

Litauen, Lettland, Russland/UdSSR - Jazz:
Arturas Anusauskas, Osvaldas Balakauskas, Slava Ganelin, Slava Jantsa,
Boris Larionov, Gediminas Laurinavicius, Sergey Martynov, Alexander Melnik,
Liudas Mockunas, Oleg Molokoedov, Liudas Shaltenis, Leonid Shinkarenko,
Alexander Trenin, Wladimir Cherepanov, Walerij Nelepa, Vladimir Presnyakov Sr.,
Raymond Raubisko, Juozas Sadauskas



Neue CD - Remy Filipovitch Ensemble "Good Times"
Album Records AR 1501

jazz_podium_good_times
Foto: Jazzpodium

Eine sehr sorgfältig geplante Produktion. Erstklassig aufgenommen und abgemischt, eingespielt von einer auf allen Positionen hervorragend besetzten Band. Mehr oder weniger bekannten Standards hat Remy Filipovitch moderne, zum Teil auch
modische Arrangements verpasst. Flirts mit der Popmusik sind unüberhörbar, wirken aber nicht anbiedernd. Die Sängerin Mara Minjoli spürt in ihren Phrasierungen nicht nur den musikalischen Gedanken sondern auch dem Gehalt der Lyrics nach. Ihr gelingt das Kunststück, aus Textzeilen, die im Original manchmal fast banal daher kommen, lakonische Spitzen zu feilen. Glanzlichter setzen die knappen Saxophon-Soli von Bandleader Remy Filipovitch. Er spielt sein Tenorsaxophon ohne Pathos mit weittragendem Ton und zugleich sehr intim. Die Melodielinien erscheinen schlicht und eingängig, offenbaren aber beim genaueren Hören Raffinesse und Tiefe - zurückgenommen und zugleich expressiv, die Kunst eines reifen Künstlers, der mit wenigen Tönen viel zu sagen versteht, eines Musikers der sich und seinem Publikum nichts mehr beweisen muss.
Jazzpuristen, denen eingängige Musik suspekt ist, mögen die CD unter der Rubrik "Easy Listening" ablegen. Tatsächlich wird diese Produktion auch Hörer ansprechen, die sonst mit Jazz wenig anfangen können. Auch Kennern wird sie in die Ohren putzen. Es ist wie mit einem tollen Kinderbuch, das junge Leser begeistert, an dem aber auch ältere ihren Heidenspaß haben.

Hans-Jörg Hussong




Kollegen aus Litauen zu Gast in Essen
Artikel / Interview mit Leonid Shinkarenko von Christoph Giese in der WAZ
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

Litauens Musikszene blickt nach Essen
Jazz aus Litauen? Kennt man nicht? Mit dem Saxofonisten Remy Filipovitch immerhin lebt ein namhafter litauischer Jazzer seit Jahren in Essen. Jetzt bekommt er Verstärkung von einem renommierten Landsmann, dem Bassisten Leonid Shinkarenko. Im September kommen "Shinkarenko Jazz 4N" aus Litauens Hauptstadt Vilnius nach Rüttenscheid. Vier angsagte Musiker des Landes sind in diesem Quartett. Mit dem Bandleader Leonid Shinkarenko sprach Christoph Giese:

Kennen Sie das Ruhrgebiet?
Shinkarenko: Was ich noch aus der Schule weiß, ist, dass im Ruhrgebiet Kohle produziert wurde. Ich war ein einziges Mal in Essen, aber nur auf der Durchreise.

In Deutschland spielen Sie aber doch öfter?
Ja, ich weiß gar nicht, wie oft ich in

Deutschland aufgetreten bin.
Ich erinnere mich an Berlin oder an die Jazz Baltica in Schleswig-Holstein.

Kennen Sie den in Essen lebenden Landsmann Remy Filipovitch?
Ich habe ihn vor Jahren das erste Mal getroffen. Ein Jazzkritiker hat uns einander vorgestellt. Wir haben dann ein paar Mal zusammengespielt, sogar seine Kompositionen.

Was darf das Essener Publikum von Ihrem Auftritt erwarten?
Wir spielen eigene Stücke. Das ist nach meiner eigenen Erfahrung als Organisator eines Jazzfestivals auf der Kurischen Nehrung in Litauen wesentlich interessanter für das Publikum. Mit den anderen Musikern spiele ich teils schon seit den 1980ern zusammen. Für dieses relativ neu formierte Quartett habe ich extra neue Kompositionen geschrieben.




"September Song", Remy Filipovitch Quartett mit Gastsolist Klaus Osterloh


Foto: Klaus Osterloh

Nahezu unbegrenzt sind die Klangwelten,
in denen sich Klaus Osterloh bewegt:
Barockmusik, Sinfonien, Dixieland, Modern

Jazz in diversen Formationen - und die Big Band des Westdeutschen Rundfunks Köln - seine eigentliche musikalische Heimat.

Entsprechend illuster ist auch die Liste der Orchester, mit denen Klaus gearbeitet hat: Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass, Duisburger Sinfoniker, Erwin Lehn und sein Südfunk-Tanzorchester (später SWR Big Band), Essener Philharmoniker.

Viele außergewöhnliche Projekte führten Klaus Osterloh auch mit dem Bandleader Remy Filipovitch zusammen - z.B. in das Kölner Cornet-Studio. Hier nahmen sie Schallplatten mit Peter Alexander auf, unter Leitung des legendären Paul Kuhn.

Neben Kurt Weills berühmtem, doch hierzulande eher selten gespieltem `September Song´, sind u.a. auch neue Werke der Quartettmitglieder zu hören.









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